Zwischen dem emotionalen Befinden und den Darmnerven besteht eine Wechselwirkung. Dem Botenstoff Serotonin – verantwortlich für die Steuerung der Darmfunktion und der Schmerzwahrnehmung – kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu.
Die genauen Ursachen und Mechanismen, die dem Reizdarmsyndrom (RDS) zugrunde liegen, sind bislang nicht geklärt. Als zentraler Faktor galt bislang eine Störung der gastrointestinalen Motilität. Akute gastrointestinale Infektionen bilden ebenfalls einen relevanten Risikofaktor für die Manifes tation des RDS. Auch psychosomatische Faktoren werden häufig als Ursache für die Manifestation des RDS angesehen. Zu den möglichen primären pathophysiologischen Mechanismen zählen darüber hinaus Lebensmittel-Unverträglichkeiten, Ernährungsweise und Essverhalten, Störung des Immunsystems, genetische Disposition, intestinale Fehlbesiedelung, viszerale Hypersensitivität, psychische Erkrankungen oder Belastungen.
Mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen erstreckt sich das so genannte Bauchhirn als autonomes Nervensystem des Darms von der Speiseröhre bis zum Darmausgang. Das Bauchhirn ist für die
Transportsteuerung des Darminhaltes verantwortlich, indem es die Muskelzellen koordiniert. Durch Stress, Bewegungsmangel oder ungünstige Ernährung kann es zu Störungen des Transportes und somit
zu Beschwerden kommen. Reizdarmpatienten reagieren mit ihrer Längs- und Ringmuskulatur besonders sensibel auf bestimmte Lebensmittel, Gasansammlung und Druck. Als Folge der veränderten
Muskeltätigkeit treten Durchfall oder Verstopfung ein. Bauchkrämpfe, unangenehme bis schmerzhafte Blähungen, Durchfall und oder Verstopfung können bei Ausschluss einer organischen Ursache auf das
so genannte Reizdarmsyndrom (engl.: Irritable Bowel Syndrome = IBS) – eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes – hinweisen.
(Quelle und mehr: DGE-Info)
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