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■ Im Unterschied zur Lebensmittelallergie ist das Immunsystem bei einer Lebensmittelintoleranz nicht beteiligt. Es werden keine Antikörper gebildet und
Allergietests fallen negativ aus. Damit ist bereits beim ersten Kontakt mit dem entsprechenden Auslöser eine Reaktion möglich. Das Ausmaß der Beschwerden bei Lebensmittelintoleranzen ist stark
mengenabhängig und individuell verschieden. So werden geringe Mengen des Auslösers oft problemlos vertragen. Eine Lebensmittelintoleranz kann viele Ursachen haben. Nachfolgend werden die
häufigsten Formen angesprochen. Bei der Laktoseintoleranz führt ein Mangel an dem Milchzucker spaltenden Enzym Laktase zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Auslöser ist hier die Laktose
(Milchzucker). Mit der Nahrung aufgenommener Milchzucker wird nicht oder nur in kleinen Mengen aufgespalten und nicht resorbiert. Der Zweifachzucker gelangt so in den Dickdarm, wo er von
Bakterien abgebaut wird. Dabei entstehen Gase sowie kurzkettige Fettsäuren, die Symptome, wie Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall, auslösen. Besonders bei Kindern kann es zu
Erbrechen nach milchzuckerreichen Mahlzeiten kommen. Drei Formen des Laktasemangels werden unterschieden. Der angeborene Laktasemangel führt bereits im Säuglingsalter während des Stillens und bei
der Fütterung von Säuglingsmilchnahrung zu schweren Durchfällen. Der erworbene (hereditäre) Laktasemangel ist weltweit die häufigste Form der Laktoseintoleranz und entwickelt sich schleichend
nach dem Abstillen. Mit zunehmendem Alter entsteht eine Laktoseintoleranz, wobei meist eine geringe Laktaseaktivität erhalten bleibt. Der sekundäre Laktasemangel ist Folge einer anderen
Darmerkrankung, wie Zöliakie oder Morbus Crohn. Heilt die auslösende Erkrankung ab, bildet sich der sekundäre Mangel wieder zurück.
Bei einer Fruktosemalabsorption liegt eine verminderte Aufnahme von Fruchtzucker (Fruktose) durch die Dünndarmschleimhaut vor. Die Ursache liegt in einer Störung des Transportsystems GLUT-5, das
im Dünndarm für die Aufnahme des Einfachzuckers in den Blutkreislauf verantwortlich ist. Die verminderte Transportkapazität von GLUT-5 kann angeboren oder erworben sein. Der erworbene Defekt ist
vorübergehend oder dauerhaft möglich. Da die Aufnahme von Sorbit mit der Nahrung den GLUT-5-Transporter zeitweise blockiert, wird dieser Zuckeralkohol bei Vorliegen einer Fruktosemalabsorption
häufig ebenfalls nicht vertragen. Die Resorption von Fruktose kann somit bei sonst intakter Dünndarmfunktion erheblich beeinträchtigt sein. Dadurch gelangt Fruchtzucker in den Dickdarm und wird
dort bakteriell abgebaut. Wie bei der Laktoseintoleranz kommt es zu gastrointestinalen Symptomen. Die Fruktosemalabsorption darf nicht mit der hereditären Fruktoseintoleranz verwechselt werden,
einer sehr seltenen Stoffwechselerkrankung, die auf einem angeborenen Enzymdefekt (Fruktose-1-Phosphat-Aldolase) beruht. Hier muss bereits im Säuglingsalter auf das strikte Vermeiden von Fruktose
geachtet werden.
Histamin wird u. a. bei Allergien aus den Mastzellen freigesetzt und führt zu den typischen allergischen Beschwerden. Die Symptome einer Histaminintoleranz ähneln
deshalb häufig denen einer echten allergischen Reaktion. Die Ursache liegt jedoch in einem Mangel des histaminabbauenden Enzyms Diaminoxidase oder einer Histaminüberbelastung des Organismus,
wodurch das Histamin länger im Blut bleibt. Sehr große Histaminmengen, beispielsweise durch verdorbene Meerestiere, führen bei allen Menschen zu Vergiftungserscheinungen. Histaminintolerante
Personen haben dagegen eine individuelle Toleranzgrenze, die sehr niedrig liegen kann und mit den üblichen Mengen histaminreicher Lebensmittel erreicht bzw. überschritten wird.
Quelle: "richtig essen - gesünder leben"
(cma)
■ Nicht jede Lebensmittelunverträglichkeit ist auch eine Allergie, obwohl sich die Symptome manchmal sehr ähneln. Ein Drittel der Bevölkerung vermutet hinter ihren
Beschwerden eine Lebensmittelallergie. Nachweisen lässt sich diese allerdings nur bei ca. 2,6 % der Bevölkerung. Lebensmittelintoleranzen sind insgesamt gesehen jedoch wesentlich häufiger als
Lebensmittelallergien. So leiden etwa 15 –22 % der Deutschen unter einer Laktoseintoleranz und 30 – 40 % unter einer Fruktosemalabsorption. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle oder
Nesselausschlag, Schwellungen und Fließschnupfen nach einer Mahlzeit können also auch die Folge einer Lebensmittelintoleranz sein. Den Unterschied zwischen einer Lebensmittelallergie und einer
-intoleranz erläutert Dipl. oec. troph. Ute Körner, Bornheim.
■ Lebensmittelallergien und -intoleranzen werden unter dem Begriff „Lebensmittelunverträglichkeiten“ zusammengefasst (siehe Kasten). Charakteristisch für Lebensmittelunverträglichkeiten ist: Der
Verzehr eines bestimmten Lebensmittels oder Lebensmittelinhaltsstoffs, der von Gesunden problemlos vertragen wird, führt bei empfindlichen Personen zu wiederholbaren Symptomen. Die Beschwerden
verschwinden jedoch nach Weglassen des unverträglichen Lebensmittels wieder.
■ Eine Lebensmittelallergie ist stets eine immunologisch vermittelte Reaktion, an der meist Antikörper der Klasse IgE beteiligt sind. Voraussetzung für die Entstehung ist ein vorangegangener
Kontakt mit dem Lebensmittelallergen, der zur Aktivierung des Immunsystems durch Bildung von IgE-Antikörpern führt. In dieser Phase sind die Antikörper oft schon im Blut nachweisbar, doch
frühestens beim zweiten Verzehr des Lebensmittels reagieren sie mit dem Allergen. Dieser so genannten Antigen- Antikörper-Reaktion folgt eine Freisetzung von Mediatoren, insbesondere Histamin,
was zu den typischen allergischen Symptomen führt. Das sind z. B. Kribbeln und Kratzen in Mund und Rachen, Nesselfieber, Hautekzem, allergisches Asthma, Blähungen, Durchfall oder Erbrechen. Die
Symptome treten meist innerhalb von 30 – 40 Minuten nach dem Verzehr des Lebensmittels auf. Oft lösen dann bereits kleinste Mengen des Lebensmittels eine allergische Reaktion aus. Sie kann im
Einzelfall sehr heftig, z. T. auch lebensbedrohlich sein. Mitunter reichen bei einer Kuhmilchallergie bereits ein Teelöffel Kuhmilch und bei einer Erdnussallergie schon 2 mg Erdnusseiweiß aus.
Die Auslöser einer Lebensmittelallergie werden als Lebensmittelallergene bezeichnet. Das sind Eiweiße oder Verbindungen aus Eiweißen und Kohlenhydraten (Glykoproteine), die überwiegend
Bestandteile unserer Grundnahrungsmittel sind, wie Milch, Ei, Fisch, Getreide, Obst, Nüsse und Gemüse. Zucker und Fette sind als Allergene nicht bekannt. Jeder Lebensmittelallergiker hat sein
individuelles Spektrum an Allergenen, auf die er mit allergischen Symptomen reagiert. Die Reaktion ist ebenfalls individuell unterschiedlich. Eine pauschale Eiweißallergie gibt es nicht.
Quelle: "richtig essen - gesünder leben" (cma)
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